Hast du dich vielleicht auch schon einmal gefragt, woher Tattoos eigentlich kommen oder wer sie „erfunden“ hat? Die Tattoo-Geschichte ist eine unheimlich reiche und vielseitige, denn wie alle anderen Künste hat sich auch die Tattoo-Kunst von Epoche zu Epoche und Kultur zu Kultur verändert.
Wir wollen heute mit dir eine kleine Reise durch die Zeit machen und dir zeigen, wo die Ursprünge des Tätowierens liegen und wie sich die Körperkunst im Laufe der Zeit gewandelt hat. Von antiken Ritualen und dem Erbitten von Segen durch diverse Götter bis zum heutigen Ausdruck von Individualität, Vergangenheit und Vorlieben der Träger – das ist unser Ausflug in die Tattoo-Geschichte.
Tattoo-Historie – wo liegen die Ursprünge?
Die Geschichte der Tattoos reicht bis in die prähistorische Zeit zurück. Archäologische Funde, wie die berühmte Gletschermumie Ötzi, zeigen, dass Tätowierungen schon vor über 5.000 Jahren existierten. Ötzi trug mehrere Tätowierungen, die vermutlich medizinischen Zwecken dienten, da sie entlang von Akupunkturpunkten angeordnet waren. Die Tattoo-Geschichte beginnt also bereits lange vor Zivilisationen, wie wir sie kennen. Wie die Tätowierungen damals angefertigt wurden, wird vielseitig diskutiert. Die Ureinwohner Neuseelands „stachen“ sich ihre Maori Tattoos beispielsweise mit einer frühen Form des Stick and Poke. Die Haut wurde verletzt und in die Wunde schlussendlich Farbpigmente gegeben. Diese Prozedur dauerte mitunter sehr lang und konnte schmerzhafter sein als das Stechen mit den heutigen Maschinen.
Gehen wir in der Tattoo-Geschichte etwas weiter, landen wir im alten Ägypten. Dort waren Tattoos vor allem bei Frauen verbreitet und dienten als Schutzsymbole und Fruchtbarkeitszeichen. Und da wir bereits von den Ureinwohnern Neuseeland sprachen: auch in Polynesien, insbesondere auf den Inseln Tahiti und Samoa, spielten Tattoos eine bedeutende Rolle. Dort waren sie ein Ausdruck von Identität und sozialem Status. Die polynesischen Tätowierungen, bekannt als „Tatau“, sind für ihre komplexen und symbolträchtigen Muster bekannt und haben maßgeblich zur modernen Tattoo-Kultur beigetragen. Das war aber noch lange nicht alles, was es zur Tattoo-Geschichte zu sagen gibt. Nächster Stopp: Griechenland und Rom!

Tattoos im antiken Griechenland und Rom
Im antiken Griechenland und Rom hatten Tattoos eine andere Bedeutung. Hier wurden Tattoos in der Geschichte oft verwendet, um Sklaven und Kriminelle zu kennzeichnen – jetzt weißt du auch, wer mit den späteren Knast-Tattoos angefangen hat. Diese negative Konnotation führte dazu, dass Tattoos in der westlichen Kultur lange Zeit als Zeichen der Schande angesehen wurden. Dennoch ist die Tattoo-Geschichte damit noch lange nicht am Ende, denn es fanden sich auch in diesen Kulturen Beispiele für dekorative und religiöse Tätowierungen.
Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Thrakerin Herodot, die im 5. Jahrhundert v. Chr. berichtete, dass die Thraker Tätowierungen als Zeichen von Adel und Tapferkeit trugen. Ebenso werden römische Mosaike und Statuen zu wichtigen Zeitzeugen der Tattoo-Geschichte, denn hier sieht man mitunter die Kennzeichnung von Soldaten, die Heldentaten vollbracht haben oder gewissen Einheiten angehörten.
Die Renaissance der Tattoos im 18. und 19. Jahrhundert
Mit der Entdeckung und Kolonialisierung der Pazifikinseln im 18. Jahrhundert erfuhr die Tattoo-Geschichte eine Wiederbelebung in Europa. Entdecker wie James Cook brachten diverse „Tattoo-Styles“ von ihren Reisen nach Hause und lösten damit eine neue Welle der Begeisterung aus. Seefahrer ließen sich tätowieren, um ihre Abenteuer und Erlebnisse zu dokumentieren. Diese Tattoos waren oft maritime Symbole wie Anker, Schiffe und Meerjungfrauen und wurden im Laufe der Tattoo-Geschichte auch von den späteren Piraten angenommen, die diese mitunter zur Abschreckung nutzten.
Im 19. Jahrhundert begann die Tattoo-Kultur schließlich auch in der westlichen Welt Fuß zu fassen. Die Erfindung der elektrischen Tätowiermaschine durch Samuel O’Reilly im Jahr 1891 revolutionierte das Tätowieren und machte es der breiten Masse zugänglich. Der Prozess wurde einfacher und weniger langwierig und schmerzhaft. Man wendete sich ab von Stick und Poke-Techniken, Schnitt-Techniken oder auch der Verwendung von in Tinte getränkten Fäden, die durch die Haut gezogen wurden. Die Erfindung der Tätowiermaschine markierte einen wichtigen Wendepunkt in der Tattoo-Geschichte, denn sie öffnete die Tür zu mehr Diversität in Stilen und ungeahnten Möglichkeiten.

Tattoos im 20. Jahrhundert: Vom Tabu zur Mode
Die Tattoo-Geschichte sollte im frühen 20. Jahrhundert langsam eine Wandlung erfahren. Der Stereotyp des Kriminellen wurde ab den 1960er Jahren abgebaut. Tätowierungen wurden zu einem Symbol der Rebellion und der Gegenkultur. Rocker, Punks und Hippies ließen sich tätowieren, um ihre Individualität und ihre Ablehnung gegenüber der konservativen Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Gruppen einen so großen Einfluss auf die Tattoo-Geschichte hatten, denn ähnlich wie Kriminelle und die ganz frühen Sklaven, waren sie Randgruppierungen, die sich gegen Teile eines vorhandenen Systems stellten.
Die 1980er und 1990er waren wichtige Jahre für die Tattoo-Geschichte, denn hier erlebten Tattoos einen regelrechten Boom. Prominente wie David Beckham und Angelina Jolie trugen dazu bei, dass Tätowierungen in den Mainstream übergingen. Sie wurden nicht nur akzeptiert, sondern auch gefeiert. Mit Tattoos wurden persönliche Geschichten erzählt und zudem Modestatements gesetzt.
Heute sind Tattoos allgegenwärtig. Sie sind ein fester Bestandteil der Popkultur und werden von Menschen aller Altersgruppen und sozialen Schichten getragen. Tätowierer gelten bei vielen als Künstler, deren Handwerk bei den unterschiedlichsten Menschen Anklang findet. Wir als dein Tattoo-Studio bei Frankfurt sind daher stolz, ein Teil dieser geschichtsträchtigen Kunstform zu sein und sie auch in Zukunft mit dir zusammen weiterzuentwickeln.

Die Geschichte der Tätowierungen – vom Brandmal zum Phänomen
Tattoos und ihre Geschichte sind geprägt von Abgrenzung und Rebellion. Man wollte mit der Körperkunst seine eigene Geschichte erzählen und sich klar positionieren. Auch heute sagen Tätowierungen immer noch viel über ihre Träger aus und werden – zwar seltener, aber zum Teil immer noch – als politisches Statement genutzt.
Auch, wenn in manchen Köpfen die Verbindung zur Kriminalität noch immer gegenwärtig ist, setzt die Community auf ein weltoffenes und antidiskriminierendes Miteinander – denn hier zählt nicht, wie du aussiehst, sondern welche Geschichte du zu erzählen hast und was du tust. Hast du auch Lust, mit uns die Tattoo-Geschichte zu verändern? Dann komm gerne auf uns zu – wir freuen uns auf dich!
